WLAN in der Bücherei

© https://pixabay.com

Öffentliche WLAN-Netze gewinnen zunehmend an Bedeutung, wenn sich Nutzerinnen und Nutzer unterwegs  informieren möchten. Das Internet ist ein Übertragungsweg für individuelle Kommunikation wie E-Mail, Kurznachrichten oder Sprachtelefonie, es dient aber auch immer mehr der Informations- und Kommunikationsfreiheit.

Doch insbesondere datenintensive Inhalte können nur eingeschränkt unterwegs genutzt werden, da die Mobilfunkverträge der Nutzung in der Regel enge Grenzen setzen. Der Zugang zu offenen WLAN-Infrastrukturen ist daher unabdingbar, sowohl für Nutzer als auch für Inhalteanbieter. Zudem ist es im Sinne der Meinungsvielfalt.

Ein WLAN-Zugangspunkt in der Bücherei erlaubt es Ihren Leserinnen und Lesern sowie Besucherinnen und Besuchern, mit eigenen Geräten (Smartphones, Tablets, eBook-Reader) über ein Funknetzwerk auf das Internet zuzugreifen. Ein WLAN-Zugang bildet eine Brücke zwischen dem physischen Ort Bücherei und der mittlerweile zum Alltag gehörenden digitalen Welt.

 

TIPP!

Wenn Sie überlegen, einen WLAN-Zugang in Ihrer Bücherei anzubieten, finden Sie ausführliche Information zur Einrichtung eines WLAN-Hotspot auf der Seite der staatlichen Landesfachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen an der Bayerischen Staatsbibliothek.

Was muss ein WLAN-Betreiber beachten? (FAQ-Liste Bundesministerium für Wirtschaft und Energie)

Abschaffung der Störerhaftung für Betreiber von freiem W-LAN

Der BGH hat nun (endlich) nachvollziehen müssen, was der Gesetzgeber/Politik auf breiter Front schon seit einiger Zeit anstrebt:

Keine Störerhaftung mehr soll den Auf- und Ausbau offenen WLANs in Deutschland behindern. Daher wurde im Herbst 2017 im relevanten Telemediengesetz (TMG) klargestellt, dass Betreiber öffentlicher Hot-Spots/offenen WLANs den Haftungsrisiken dieser Störungshaftung nicht mehr ausgesetzt sind.

Rechteinhaber können aber "Netzsperren" verlangen

Die bereits im Juni 2017 vom Bundestag beschlossene Abschaffung der "Störerhaftung" für öffentliche W-LAN-Zugänge im überarbeiteten Telemediengesetz (TMG) wurde am 22. September 2017 durch den Bundesrat gebilligt und ist mit Wirkung zum 13. Oktober 2017 in Kraft getreten.

Dies bedeutet, dass Anbieter von freiem WLAN, also auch Büchereien, solange sie nicht selbst einen Verstoß gegen Rechte anderer (z.B. das Urheberrecht) mitverschuldet haben, nicht mehr dafür haften oder abgemahnt werden. Warnungen oder Beschränkungen des Datenvolumens sind ebenso wenig erforderlich wie die Speicherung von Nutzerdaten. Für Bibliotheken, die ihr WLAN über einen privaten Betreiber anbieten, ändert sich nichts.

Jugendschutz

Jugendschutz ist gerade in Bezug auf Internetarbeitsplätze und online-Medien zum brennenden Thema für Bibliotheken geworden. Aufgrund teilweise unklarer Vorgaben der Jugendschutznormen besteht auch hier viel Unsicherheit. In einem Vortrag von Ingo Ullmann vom Juni 2018 (Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein (MA HSH) wird versucht, einen Überblick zumindest zu den gravierendsten Problemen zu bieten und Anhaltspunkte für deren Bewältigung zu geben.

Mit Hilfe einer Kinder- oder Jugendschutzsoftware können Kinder ihrem Alter entsprechend das Internet nutzen. Das funktioniert, indem die Schutzsoftware Internetseiten filtert. Die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Dienstanbieter (FSM) hat am 02.03.2017 offiziell anerkannt, dass die Software die gegenwärtigen Anforderungen an Nutzerfreundlichkeit und einfache Bedienbarkeit erfüllt und einen angemessenen Umgehungsschutz aufweist.


WLAN-Initiative WiFi4EU - freies WLAN für Europa

Förderung für die Bereitstellung kostenloser Internetzugänge in Bibliotheken

Der Rat der Europäischen Union will künftig über die EU-finanzierte Initiative "WiFi4EU" die Bereitstellung kostenloser Internetzugänge in Kommunen fördern. Vorgesehen ist, 120 Mio. Euro für einen besseren WLAN-Zugang an öffentlichen Plätzen wie Bibliotheken, Parks oder öffentlichen Gebäuden zu investieren.

Alle lokalen Behörden in der EU haben die Möglichkeit haben, EU-Finanzmittel zur Finanzierung von Hochgeschwindigkeitsinternet in öffentlichen Einrichtungen zu beantragen. Bis 2020 sollen zwischen 6.000 und 80.000 Gemeinden von der Förderung Gebrauch machen.

Das Finanzierungsmodell besteht aus einem einfachen Gutschein-System. Europäische Städte beantragen bei der EU eine Finanzierung und erhalten dann einen Bon. Diesen reichen sie an die jeweiligen Telekommunikationsunternehmen, die sich für den Ausbau und die Wartung des WLAN-Netzes kümmern. Daraufhin geht der Gutschein zurück an die EU, welche das Unternehmen dann bezahlt.

Wer kann einen Antrag stellen?
Einen Antrag stellen kann immer nur eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, und zwar nur dann, wenn sie mit der Umsetzung keine bestehenden privaten oder öffentlichen Angebote verdrängt. Für die späteren Netzbetreiber gilt die Voraussetzung, dass sie mindestens eine Geschwindigkeit von 30Mb/s anbieten können.

Informationen

Auf einen Blick mit dem "Fact-Sheet" - Klick auf DE (deutsche Übersetzung)

Auf WhatsApp teilen