GEMA

Neue Regelungen zur Nutzung von Musikwerken bei kirchlichen Feiern und Veranstaltungen ab 1.1.2018

Seit dem 1. Januar 2018 müssen Musiknutzungen der katholischen Gemeinden und Einrichtungen einzeln bei der GEMA angemeldet werden. Der bis Ende 2017 geltende Konzertvertrag zwischen GEMA und dem Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) regelte die Nutzung von urheberrechtlich geschützten Werken der Musik pauschal, ohne dass seitens der Pfarreien, Gemeinden oder anderer Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft diese Nutzung bei der GEMA zusätzlich vergütet werden musste. Mit der Kündigung dieses Pauschalvertrags sind nun alle Musiknutzungen bei der GEMA nicht nur  - wie bisher - anmeldepflichtig, sondern auch vergütungspflichtig, wenn diese außerhalb von Gottesdiensten oder gottesdienstähnlichen Veranstaltungen stattfinden. Das sind bspw.:

  • Pfarrfest, Gemeindefest, Kindergartenfest, adventliche Feier mit Tonträgermusikoder Live-Musik , Seniorenveranstaltung mit Tonträgermusik

Der neu geschlossene Gesamtvertrag legt fest: Alle Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft erhalten mindestens 20% Nachlass auf die in Tarifen festgelegte Vergütung. Weitere Nachlässe sind möglich!
Eine Nutzung von Musik ist in einem Gottesdienst oder bei liturgischen Feiern außerhalb des Kirchengebäudes (Martinsumzug, Fronleichnamsprozession) sind weiterhin ohne Meldung bzw. Vergütung bei der GEMA möglich.

Ein Merkblatt (s.u.) gibt Ihnen Hilfestellung bei der Planung "Ihrer" Veranstaltung und enthält weitere wertvolle Informationen zu den anfallenden Tarifen, den Fristen zur Meldung Ihrer Veranstaltung und informiert auch darüber, von welchen weiteren Rabatten Sie profitieren können.

Wann ist die GEMA überhaupt zuständig?

  •  Die Verwertungsgesellschaft GEMA ist zuständig für die Verwertung von urheberrechtlich geschützter Musik bei "Aufführungen" (= öffentliche Darbietung von Live-Musik oder Abspielen von einem Originaltonträger vor einem Publikum)
  • Das Musikwerk muss (noch) urheberrechtlich geschützt sein. D.h., ist der Urheber eines Musikstücks bereits länger als 70 Jahre tot, entfällt der urheberrechtliche Schutz.

Meldebogen
Für die kirchlichen Träger ist ein mit der GEMA abgestimmter Meldebogen (Link s.u.) für die Meldung bei der GEMA online gestellt und erleichtert die Meldung Ihrer Veranstaltung.

Abgefragt werden u. a. Daten zum Veranstalter und zur Einordnung der Veranstaltung. Die angehängte Titelliste ist nur bei Live-Musik-Veranstaltungen auszufüllen. Sie finden auf dieser Seite auch ein Muster am Beispiel eines Pfarrfestes mit Tonträgermusik zum Herunterladen, so dass Sie sich ein Bild davon machen können, welche Einträge erforderlich sind.

Tarife
Die tarifliche Einordnung richtet sich zunächst danach, welchen Charakter die Veranstaltung hat. (Konzert der Unterhaltungsmusik oder Abspielen von Tonträgermusik oder eine Filmaufführung). Eine übersichtliche Tabelle erleichtert Ihnen die Einordnung. Die 20% Rabatt sind darin noch nicht berücksichtigt und müssen noch abgezogen werden.

Ein Beispiel: "Veranstaltung mit Tonträgerwiedergabe" (meint nicht Straßen-, Dorffest etc.)

Die Vergütungssätze berechnen sich zum Einen nach der Größe des Veranstaltungsraumes sowie nach der Höhe des Eintrittsgeldes. So zahlen Sie bspw. für eine Veranstaltung mit Tonträgerwiedergabe in einem Raum bis 100m2 28,26 € (netto), wenn Sie keinen bzw. bis zu 2 € Eintritt verlangen, bei gleicher Raumgröße und einem Eintritt bis 3,- € fällt eine Gebühr in Höhe von 36,26 € an. Je größer der Raum bzw. je höher der Eintritt, desto höher die Rechnung. Denken Sie an die 20% Rabatt!

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