RDA - Resource Description and Access

Umstellung auf RDA abgeschlossen

Der Sankt Michaelsbund hat am 5. November 2019 die Umstellung der Katalogisierung nach RDA abgeschlossen. Dies führt zu Änderungen in den bestellten Datensätzen bzw. auf den Katalogkarten: Bilderbücher werden z. B. unter dem Verfasser "angesetzt", Abkürzungen fallen weg o.ä.m. RDA-Katalogisate erscheinen in Ihrem Bibliothekssystem im Datenformat MARC21, das die meisten Systeme verarbeiten können.

Download der Handreichung mit einer Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Datenimport am Beispiel des Bibliothekssystems BibliothecaPlus
(Stand: 12. November 2019)


Weitere Meldungen / Historie

Neues bibliothekarisches Regelwerk löst die Regeln für die alphabetische Katalogisierung (RAK) ab

RDA steht für "Resource Description and Access". Es handelt sich dabei um ein international ausgerichtetes bibliothekarisches Regelwerk zur Erschließung von sowohl analogen als auch digitalen Ressourcen, welches in den deutschen Bibliotheken Einzug hält. Es gibt nun ein Regelwerk für alle Medienarten.
Als Büchereidienstleister und beratender Fachverband streben wir die Einhaltung der bibliothekarischen Standards an. Dabei ist eine für unsere Mitgliedsbüchereien geeignete und sinnvolle Realisierung dieser Prozesse wichtig. Wir möchten Ihnen das neue Regelwerk RDA kurz vorstellen und darüber informieren, was sich für Sie in der Büchereipraxis ändert.

Warum ein neues Regelwerk?

Die Regeln für die Alphabetische Katalogisierung (RAK) sind nicht mehr zeitgemäß und in erster Linie auf Zettelkataloge abgestimmt. Mittlerweile erfolgt die Erfassung in den Büchereien zumeist mit modernen Bibliothekssystemen und Leserinnen und Leser recherchieren bequem von daheim aus in den Online-Katalogen ihrer Bücherei vor Ort. Die Darstellung der Daten und auch das Suchverhalten der Nutzer hat sich sehr gewandelt. Eine Änderung bei den Erschließungsstandards zur Beschreibung der Medienbestände und ein flexibler Rahmen, den verschiedenen Anforderungen gerecht zu werden, ist daher notwendig.

Was heißt das für die Büchereipraxis?

Wir treffen in den RDA auf neue Terminologien und Begrifflichkeiten, an die wir uns gewöhnen müssen. Der "Verfasser" wird zum "Geistigen Schöpfer" (kann neben dem Autor bspw. auch ein Komponist, Illustrator usw. sein), "Sonstige Personen" werden zu "Mitwirkenden" , "Fußnote" wird zu "Anmerkungen" , "Hauptsachtitel" wird zu "Haupttitel". In RDA werden viele Angaben nun übertragen, d.h. Informationen werden so aus der Vorlage übernommen, wie sie dort stehen. Es wird nicht mehr abgekürzt. Es gibt sog. Kernelemente, die man nach RDA immer erfassen muss. Dazu gehört bspw. der Haupttitel. Zusatzelemente, wie bspw. der Titelzusatz, werden ebenso erfasst. Das macht die Katalogisierungspraxis um ein vielfaches einfacher. In RDA heißt es jetzt zum Beispiel "circa 127 Seiten : Illustrationen" an Stelle wie bisher in RAK üblich "ca. 300 S. : Ill."

Datenlieferung im MARC21-Format ab November 2019 (MAB-Daten-Dienst wird eingestellt!)

Planungen/Umstellung auf neue Katalogisierung und neues Datenformat
Als kirchliche Büchereifachverbände in Bonn und München ist es uns ein Anliegen, diese Standards in den Büchereibetrieb unserer Mitgliedseinrichtungen nach und nach zu verankern. Dies betrifft sowohl die Katalogisierungspraxis in den Büchereien mit Auswirkungen auf die Erfassungsmasken in der Bibliotheks-EDV als auch die Datenbereitstellung im Online-Shop. Auch das Datenaustauschformat ändert sich.
Damit die technische Übermittlung der Daten in die Systeme und auch der Austausch der Daten zwischen den Bibliotheken reibungslos verlaufen kann, werden auf Basis des jeweiligen Regelwerks Kategorien als Austauschformat festgelegt. Für die RDA ist es das Format MARC 21 (Machine-Readable Cataloging), ein Standard für die "Repräsentation und den Tausch von Daten in maschinenlesbarer Form".

Achtung! Anfang November 2019 erfolgt die Datenlieferung im MARC21-Format
Der Umstellungstermin der Katalogisierung auf RDA wird Anfang November 2019 erfolgen und das neue Datenformat für die Katalogisate eingeführt. Ab dem 5. November werden keine MAB-Daten (Maschinelles Austauschformat für Bibliotheken) mehr ausgeliefert und der Dienst eingestellt. Ab diesem Zeitpunkt erfolgt die Auslieferung im neuen Format MARC21. Ebenso wurde entschieden, dass es keine parallele Lieferung (MAB2 und MARC21) von Katalogdaten geben wird!

Für Büchereien die ohne Büchereisoftware arbeiten
Die Darstellung einer bibliografischen Beschreibung auf Katalogkarten sieht das Regelwerk so gar nicht mehr vor. Die Bibliotheksverbände reagieren hier jedoch auf den Bedarf der Büchereien, die noch keine Bibliothekssoftware arbeiten. Sankt Michaelsbund und Borromäusverein sprechen sich jedoch sehr stark für den Einsatz von Bibliotheks-EDV aus.

Programmupdates nötig! Das müssen Sie in 2019 tun!

Anpassung der Bibliothekssoftware - Veränderung in der Erfassung
Die zu erfassenden Felder in RDA müssen in den Bibliothekssystemen abgebildet werden können. Die meisten Bibliothekssoftwarefirmen arbeiten an einer Anpassung der Bibliothekssysteme an das Austauschformat MARC21 bzw. einer Katalogisierung nach RDA. Mit den Updates Ihrer Software sind diese mitunter schon abgebildet (BVS) bzw. können dann zu gegebener Zeit frei geschaltet werden (BibliothecaPlus). Für Büchereien ändern sich z.T. die Ansichten der Erfassungsmasken in den Bibliothekssystemen, zum Teil auch die Terminologie sowie Import-/Exportfunktionen. Aufatmen können Sie bei der Datenpflege, denn: bisherige Katalogisate bleiben unverändert und müssen nicht noch einmal neu aufgenommen oder nach den neuen Regeln angepasst werden.

Bitte sorgen Sie dafür, sofern Sie nicht automatisch Programmupdates Ihres Softwarehauses erhalten, dass Sie regelmäßige Updates beziehen, so dass der Datenimport von MARC21-Daten ermöglicht werden kann. Wir empfehlen unbedingt den Abschluss eines dauerhaften Update- bzw. Softwarepflege-Vertrages! Und das nicht nur wegen des Datenimports. Auch die Änderungen im Datenschutz (seit Mai 2018) machen es unbedingt nötig, dass Sie als Bücherei die entsprechenden (technischen) Maßnahmen ergreifen, um den neuen Anforderungen an den Datenschutz gerecht zu werden. Und dazu gehören - Sie arbeiten mit personen bezogenen Daten! - unbedingt auch aktuelle Programmversionen.
Haben Sie noch keinen Pflege- zw. Update-Vertrag abgeschlossen, lassen Sie sich von Ihrem Softwarehaus bitte ein entsprechendes Angebot unterbreiten und kontaktieren dann bitte Ihre/n Träger, um die Mittel zur Bereitstellung in diesem Jahr zu beantragen. Ihre Diözesanstelle steht Ihnen gerne zur Seite.

Einzelkäufe von Updates sind zwar möglich, diese kosten aber letztlich mehr und Sie profitieren nicht von weiteren Updates, die in den kommenden Jahren folgen. Und an dem neuen Regelwerk bzw. der Darstellung in der EDV wird regelmäßig gearbeitet, so dass Folgeupdates sicher nötig werden. Denken Sie daran, die Hardwarevoraussetzungen mit zu erfragen. Ggf. müssen Sie im Einzelfall nachrüsten! Wenn Sie andere Programme einsetzen, erkundigen Sie sich bitte bei Ihrem Softwarehaus hinsichtlich der Flexibilität der Formate MARC21 und MAB2 und erfragen die Darstellung der Benutzeroberfläche.

Hilfen und Katalogisierungsbeispiele

Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus FachstellenmitarbeiterInnen beider Büchereiverbände, hat verschiedene Musterbeispiele von Medien – zunächst für die Programme BVS und BibliothecaPlus – in RDA bereits katalogisiert. Diese Sammlung der „Beispielkatalogisate“ enthält neben Buchbeispielen auch Beispiele aus den Bereichen Hörbuch, Lesung, Film, Zeitschrift, Tonie, Spiel.
Die Beispielsammlung soll noch ergänzt werden. Kleinere Änderungen, die sich im laufenden Prozess ergeben, werden eingearbeitet und ein entsprechender Hinweis im Dokument erfolgen.

(Artikel bearbeitet am 15.07.2019 von E. Straube)

Auf WhatsApp teilen