Die dunkle Zeit

Das Reichskulturkammergesetz vom 22.09.1933 stoppte diese Entwicklung und wirkte sich einschneidend auf die Arbeit der katholischen öffentlichen Volksbüchereien des Verbandes aus. Nun wurde von ihnen eine Buchbestandsmeldung an die zuständigen Staatlichen Büchereistellen gefordert; außerdem verloren sie ihren Öffentlichkeitscharakter und durften fortan nur noch an Vereinsmitglieder ausleihen.

1934 mußte der Verein unter dem Druck des Regimes alle Zeitungen bis auf die "Münchener Katholische Kirchenzeitung" aus politischen Gründen abgeben. Im gleichen Jahr erfolgte die Umbenennung des Preßvereins in den "Sankt Michaelsbund zur Pflege des katholischen Schrifttums in Bayern".

1935 wurde den Bibliotheken des Sankt Michaelsbundes der Gebrauch des Titels "Volksbücherei" untersagt; statt dessen mußten sie sich "Katholische Pfarrbüchereien" nennen. Weitere Schikanen wie die staatlich verfügte Plünderung des Buchbestandes und die polizeiliche Schließung von Ausleihstellen, aber auch Einkaufserschwernisse und zusätzliche steuerliche Belastungen bedrohten akut den Fortbestand des Sankt Michaelsbundes.

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