Sankt Michaelsbund ist über erneute Bücherei-Schließung irritiert

Die Verordnung des Freistaats Bayern, nach der öffentliche Büchereien ab dem 1. Dezember erneut ihren Betrieb einstellen müssen, stößt beim Sankt Michaelsbund auf erhebliche Irritation. Die Beschlüsse der gemeinsamen Konferenz der Bundeskanzlerin und der Ministerpräsident:innen sahen eine solche Schließung nicht vor. Die bayerische Verschärfung der Maßnahmen ist für unsere Landesfachstelle für Büchereien und Bildung sowie unsere über 1.000 Mitgliedsbüchereien nicht nachvollziehbar.

Die über 11.000 größtenteils ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen in den Büchereien haben in den Monaten nach dem ersten Lockdown keine Mühen gescheut, die literarische Versorgung ihrer Leser:innen wieder zu ermöglichen. Es wurden Schutz- und Hygienekonzepte erstellt, umfangreiche Abstands- und Hygieneauflagen eingehalten und unter Teils großem Aufwand von den Ehrenamtlichen laufend umgesetzt und überwacht. Es ist daher nicht davon auszugehen, dass in öffentlichen Büchereien ein größeres Infektionsrisiko besteht als in Supermärkten oder anderen Geschäften des täglichen Bedarfs, die nach wie vor geöffnet bleiben.

„Der Sankt Michaelsbund ist davon überzeugt, dass die Versorgung mit Bildungsangeboten auch und gerade in Zeiten einer Pandemie von ebenso großer Bedeutung ist wie die Versorgung mit Gütern des täglichen Lebens“, konstatiert der Geschäftsführende Direktor Stefan Eß. Dies spiegelt auch die Politik des Freistaats Bayern wider, den Schul- und Kindergartenbetrieb aufrecht zu erhalten. Auch Hochschulbibliotheken sind nach Kabinettsbeschluss von der Schließungsverordnung ausgenommen, die ebenso wie öffentliche Büchereien einen Bildungsauftrag erfüllen.

Vor diesem Hintergrund ist es nicht nachvollziehbar, warum öffentliche Büchereien, die durch die Bereitstellung von Literatur und anderen Medien flächendeckend einen wesentlichen Beitrag zur Bildungsarbeit und allgemeinen Literaturversorgung für Bayerns Bürger:innen leisten, nun wieder geschlossen werden sollen.

Der Sankt Michaelsbund appelliert an die Mandatsträger im Freistaat Bayern, diese empfindliche Einschränkung des Grundrechts auf frei zugängliche Bildung zu überdenken.

Sankt Michaelsbund
Der katholische Verband besteht seit 1901 und versteht sich als katholisches Medienhaus im umfassenden Sinne. Neben der Landesfachstelle für Büchereien, die über 1000 Büchereien in Bayern berät, und der Diözesanstelle München und Freising führt der Sankt Michaelsbund vier crossmedial zusammenwirkende Redaktionen in den Bereichen Print, Radio, TV und Online/Social Media unter einem Dach zusammen. Die verschiedenen Medien-Angebote des Sankt Michaelsbundes erreichen wöchentlich über zwei Millionen Menschen in Bayern. In seiner Münchner Zentrale betreibt der Verband außerdem die Buchhandlung Michaelsbund mit seinem Onlineshop www.michaelsbund.de und bietet über seine Abteilung Corporate Communications in-und externen Partnern digitale Mediendienstleistungen an.

www.st-michaelsbund.de

Kontakt:
Landesfachstelle für Büchereien und Bildung
Dr. Claudia Maria Pecher
c.pecher@st-michaelsbund.de

Für die Öffentlichkeitsarbeit
Maximilian Mihatsch
m.mihatsch@st-michaelsbund.de
Telefon: 089/23225 509

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